Eine Bootsfahrt, die ist lustig …

Sechzig Jahre und kein bisschen leise …

Aus Anlass dieses Jubiläums lud der Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke (VdÜ) die Hamburger Sektion zu einer Barkassenfahrt im Hamburger Hafen ein. Alessa Pieroth von SZENE Hamburg berichtete darüber im ZEIT-Blog. Vgl. auch Die unsichtbaren Brückenbauer.

Although I can watch the tall ships and all kinds of boats very often from the yellow circle line U3 of the Hamburg Underground (passing the harbour aboveground), a harbour tour aboard a Barkasse (motorboat) is a tourist attraction I seldom enjoy. By the way, the German term Barkasse is a teapot. It can either be a boat or a cash point accepting only cash payment.

Kurz vor Sonnenuntergang stachen wir also in See. Nein. Stachen wir in die Elbe? In den Fluss oder Strom? Oder tuckerten wir einfach los? Geräuschvoll war es auf jeden Fall. Da ich direkt unterhalb des Treppchens stand, hatte ich Gelegenheit, nach drinnen und draußen zu fotografieren. Draußen leuchtete die silberne, gelegentlich ins Goldene changierende Mondsichel mit allerlei Schiffsbeleuchtungen um die Wette,  “und drinnen leuchteten wir”. Doch nicht nur …  Diese Collage mit nachfolgendem Bilderbogen mag als Stimmungsbild dienen.

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Eine Bootsfahrt die ist lustig

 

 

 

 

Barkassenfahrt des VdÜ am 30. August 2014

Fotos: (c) anglogermantranslations. Alle Rechte vorbehalten.

Making a Difference

Jetzt kommt die Frage aller Fragen, und Ihr müsst mir die Antwort sagen: Ist der Hamburger Hafen auf Englisch ein harbour oder ein port? Vor langer Zeit habe ich mal gelernt, harbour sei ein natürlicher und port ein künstlich angelegter Hafen. Das scheint keinen englischen Übersetzer zu kümmern, es geht im Fall Hamburg wild durcheinander. Blue Port ist auf jeden Fall ein feststehender Begriff, aber für Lichtinstallationen ohne deutsche Originalbenennung gelten andere Sprachregeln. Diese Unterscheidung kann ich auch nicht so recht nachvollziehen. Was stimmt denn nun?

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Spätsommer im Stadtpark

Warum denn in die Ferne schweifen … Hamburg zeigt sich wieder mal von seiner schönsten Seite, fast könnte man vergessen, dass das Hamburger Schmuddelwetter überhaupt existiert. Zweifelt wirklich noch jemand daran, dass ich in Deutschlands schönster Großstadt wohne? Keine Widerrede bitte! Andere Städte sind entweder zu groß oder zu klein oder in der falschen Region.

Im Ausland überrascht mich oft, was für falsche Vorstellungen sich die Hamburg-noch-nicht-Kenner von der grünen Metropole machen: eine hässliche große Industriestadt, die man um jeden Preis meiden sollte. Wer einmal hier war, kommt aber gern wieder. Ich selbst bin gleich ganz hängengeblieben.

Heute entschied ich mich zur Abwechslung für den Stadtpark, Planten un Blomen war gestern dran. Darüber später mehr.

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Sagt mal, gehts noch? (2)

Ein Heer von selbstlosen Rezensionsbloggern lässt uns an ihren vielfältigen Leseabenteuern ohne kommerzielles Eigeninteresse teilhaben. Das ist doch sehr bwundernswert. Nein, ich gehöre nicht zu ihnen, obwohl oder gerade weil sich bei mir beruflich und privat alles um Bücher dreht. Auf solchen Freiwilligen-Seiten lande ich nur zufällig und sehr sporadisch, dabei ist mir wohl entgangen, dass dort ein Neusprech Einzug gehalten hat, mit dem ich gar nicht mehr Schritt halten kann. Abschließend zu einer sehr positiven Besprechung eines Unterhaltungsromans resümiert die Rezensentin, das Buch habe ihr so gut gefallen, dass man es gern “einem Re-read unterziehen” kann.  Ach was! Dass man es ein zweites Mal lesen kann, steht wohl völlig außer Frage? Wäre zu plump formuliert? Zu profan? Zu unwissenschaftlich-unakademisch?

Es handelt sich wie erwähnt um einen stinknormalen Roman, nicht etwa um ein wissenschaftliches Werk, dessen Inhalt man in einem zweiten Durchgang akribisch auf Richtigkeit überprüfen müsste. Liebe Bloggerinnen und Blogger, seid doch so nett und unterzieht Eure Texte mal einem Re-Read (so würde ich das in einem deutschen Fließtext schreiben, eventuell auch einem Re-re-Read). Vielleicht hilft das ja ein wenig? (Frommer Wunsch, ich weiß.  ;-) )

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Timeo Danaos …

… et dona ferentes.

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Boberg – der weiße Fleck auf meiner Hamburg-Karte

Seit vorgestern gibt es ihn nicht mehr. Endlich habe ich mich in die Niederung der Boberger Düne begeben und dort viel Sand, Heidekraut und Birken vorgefunden. Bisher kannte ich nur Niederungen im Plural und im übertragenen Sinn, aber hier habe ich ganz konkret und in der Einzahl persönliches Neuland betreten. Womit ich nicht die Sand- und Heidelandschaft an sich meine, sondern die Tatsache, dass sie auch auf Hamburger Gebiet existiert. Zunächst ging es mit der roten U-Bahn-Linie bis zur Endhaltestelle Mümmelmannsberg (Aha! Wer muss da nicht unwillkürlich an Löns’ Heidehasen denken!) und zwei Haltestellen mit dem Bus bis Boberg. Anschließend kantapper, kantapper in den Wald hinein.

Mehrere Schilder bewiesen mir, dass ich auf dem richtigen Weg war.

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Schild Boberger Niederung-Boberg Dune
Aus Erfahrung wusste ich allerdings, dass ich mich nicht zu früh freuen durfte. Auf Informationstafeln erwähnte Fauna und Flora wissen sich geschickt vor dem Auge neugieriger Betrachter zu verbergen. Doch wenigstens die versprochenen schwarzen Schafe mitsamt ihren Hütehunden hoffte ich zu erblicken – so leicht übersieht man die doch nicht?
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Schild schwarze Schafe

 

 

 

 

 

Nein, kein einziges Schaf weit und breit. Dafür sichtete ich eine Herde anderer wolliger Tiere, die sich gerade von den Anstrengungen des Weidelebens ausruhten: weiße Kühe, offensichtlich mit Migrationshintergrund, zum Kraulen schön.

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Sagt mal, gehts noch?

Wieder einmal zu Besuch in dem malerischen Städtchen mit den vielen schönen Fachwerkhäusern. Als ich an der Kirche aus dem 13. Jahrhundert vorbeikomme, sehe ich, dass die Tür weit offen steht. Ich freue mich. Vielleicht entdecke ich ja ein Detail, das mir beim letzten Besuch entgangen ist? Neugierig trete ich also ein und erlebe noch den Schluss einer Trauungszeremonie mit. Schade, ich bin ein bisschen spät dran, so bekomme ich nicht mehr mit, ob auch hier das typische Hollywood-Drehbuch (“Ja, ich will!” Und “Sie dürfen die Braut jetzt küssen!”) den hierzulande üblichen Dialog zwischen Pastor und Brautpaar abgelöst hat. Ich frage mich ja oft, ob deutsche Drehbuchschreiber das so 1:1 aus amerikanischen Spielfilmen übernehmen, weil sie es nicht besser wissen (z. B. noch nie in eine deutsche Kirche von innen gesehen haben) oder weil sie glauben, das Publikum erwarte das so. Es ertönt eine Musik vom Band, ziemlich laut und ziemlich scheußlich. Wie Scherben, die man zusammenfegt. Kurz, schön feierlich. In welcher Sprache? Keine Ahnung. Nun drehen sich alle um, die Blumenkinder bewegen sich streuend in Richtung Seitenausgang, gefolgt vom traditionell gekleideten Brautpaar und den Hochzeitsgästen. Dann bin ich allein und kann in Ruhe die Kunstwerke bewundern. Aber was ist das denn? Auf der Rückseite der letzten Kirchenbank klebt ein quietschbuntes Poster von der Simpson Family. Alle sitzen da auf einer Bank, ganz rechts zwei neue Familienangehörige, Fabian und Steffi. Die jetzt gerade geheiratet haben, wie man erfährt. Also, ihr Lieben, Ihr habt Euch ja nicht viel Mühe gegeben. Play it again, Sam (oder Fabian)! Dann aber bitte gelb geschminkt und mit turmhoher blauer Perücke. Die Kostüme könnt Ihr dann für Halloween aufheben, dem deutschesten aller Feste. Man müsste die Amerikaner dazu bringen, das auch in ihrem Land einzuführen.

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Neues aus dem Schilderwald

Signs can be open to interpretation when not properly explained. :-)

Das erste Mal entdeckte ich das grün-weiße Quadrat im Botanischen Garten am Wegesrand unter hohen Bäumen. Was mochte das zu bedeuten haben?

Che significa

Hatte ein Naturfreunde-Quartett-Verlag hier etwa einen Baum gespendet? Oder sollten die aggressiven Pfeile darauf hinweisen, dass zur Zeit noch vier LandschaftsgärtnerInnenstellen unbesetzt waren, eine dringend zu schließende Lücke? War dies ein Sammelplatz für gebrauchte Pullover und Fußbälle? Spielte die Zahl Vier hier eine besondere Rolle? Um Leben und Tod schien es jedenfalls nicht zu gehen, denn ein Warnschild hätte zumindest dramatischer gestaltet sein oder die Farbe Rot enthalten müssen. Kurz darauf fand ich das gleiche Schild an anderer Stelle in der Stadt, wieder erschloss sich mir die Bedeutung nicht aus dem Biotop. Nachdem ich schließlich die Nummer 3 gesichtet hatte, zettelte ich eine Facebook-Diskussion an. Nach wilden Spekulationen, was uns die Grafiker damit wohl sagen wollten, fand jemand einen Wikipedia-Eintrag. Das Kind hat also einen Namen (Sammelplatz) – wie schön und gut zu wissen! Wer immer diesen Wiki-Eintrag verfasst hat, benennt auch gleich das Problem: Was nützt das schönste Informationsschild, wenn niemand es kennt und keine Legende Aufschluss gibt? Piktogramme sind an sich keine schlechte Idee, aber selbsterklärend sind sie deshalb noch lange nicht.

Da lobe ich mir doch ein gelungenes Beispiel vom Elbstrand in Blankenese. Hier wird die Interpretation der Warnhinweise nicht dem Zufall hinterlassen.

Warnschild Blankenese

Einheit von Bild und Wort, da kann doch gar nichts mehr schiefgehen … Es sei denn, die Elbe tritt über ihre Ufer und reißt das Schild einfach mit. Hoffen wir, dass in diesem Fall der von einer weinenden Haifischflosse verfolgte Schiffbrüchige noch rechtzeitig die Elbchaussee, nein, besser noch den Gipfel des Süllbergs erreichen konnte. Gleich hinter dem Rapsfeld dürfte er schon wieder festen Boden unter den Füßen gehabt haben. (Tempuswechsel beabsichtigt.)

Und was ist mit dem Hund? Wie kann der sich vor dem unerlaubt entfachten Feuer retten, solange er angeleint ist? Schließen sich Feuer- und gleichzeitige Wassergefahr nicht ohnehin aus? Wo sind die Kinder geblieben? Fragen über Fragen …

Und überall lauert der Tod.

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