Monatsarchiv: Mai 2012

Berge gucken

Zürichsee und Bergpanorama (mit Kleinem und Großem Mythen) von Wernetshausen am Fuß des Bachtels © anglogermantranslations

Tagelang, wochenlang bietet sich der am Schreibtisch arbeitenden Übersetzerin dieses Bild. Irgendwann ist das Manuskript dann fertig, und der Wunsch, die Berge noch etwas hautnäher zu erleben, wird übermächtig. Wohl der, die noch ein paar Tage Luft bis zur Rückreise und eine supergünstige Tageskarte ergattert hat, mit der sich – zumindest theoretisch – die gesamte Schweiz kreuz und quer bereisen lässt. Nichts ist lästiger, als eine Entdeckungsreise vorab in allen Einzelheiten planen zu müssen. Und so strebte ich denn vor ein paar Tagen im Frühtau zu Tale, falleri, fallera, von Wernetshausen aus dem kleinen Bahnhof Hinwil zu, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen. Erstmal nach Zürich. Von dort in Richtung Chur. Und dann? Mal sehen. Vielleicht weiter nach Zermatt, zum Matterhorn? Oooder … Der Prospekt “La Suisse” bot mir 7 1/2  lignes panoramiques zur Auswahl an. Doch dann wartete in Chur bereits ein Zug der Räthischen Bahn - Viafier retica – am selben Bahnsteig – pardon, Perron -, von dem ich mich magisch angezogen fühlte. Mein Einstieg war eine gute Entscheidung. Es war eine fast leere Bummelbahn – das soll in der Hochsaison ganz anders sein – mit ständiger touristischer Erläuterung in drei Sprachen. Zu meiner Überraschung erfuhr ich, dass diese Bahnstrecke mit dem Bernina Express ab Thusis bis nach Italien auf 122 km zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Überraschend nur insofern, als Graubünden für mich bisher ein weißer Fleck auf meiner Landkarte und ich ganz spontan hier gelandet war. Das Weltkulturerbeetikett findet natürlich meine Zustimmung! Jetzt rätsele ich nur noch, wie das Grau in Graubünden kommt. Vielleicht kann mir das eine freundliche Seele verraten?  In St. Moritz entschloss ich mich zur Rückkehr und nahm noch einmal jeden wunderbaren Zentimeter Felsen, Gewässer und Grün in mich auf. Ich schätze mich glücklich, in einer Zeit zu leben, in der die Eisenbahn schon erfunden ist. Einen Abstecher nach Davos oder Klosters verkniff ich mir, denn schließlich bin ich keine Germanistin und Royalistin schon gar nicht. Zurück in Chur war ich dermaßen erschöpft von der ganzen Staunerei, als wäre ich die ganze Strecke gewandert. So kenne ich mich gar nicht.  Das Matterhorn muss wohl noch eine ganze Weile auf mich warten, aber ich kenne es ja wenigstens schon aus dem letzten Jahr in Kürbisform.

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Das erste Mal im Bücherschrank

rebloggt von Phantásienreisen:

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Schon lange wollte ich es einmal tun, nun war es endlich so weit: Meine erste Spende an einen öffentlichen Bücherschrank.

Seit September letzten Jahres gibt es endlich auch hier in Erfurt ein offenes Bücherregal zum Geben und Nehmen. Heute packte ich direkt nach der Arbeit nun ein paar meiner alten Bücher, für dich ich keine Verwendung mehr habe und die ich auch über Tauschbörsen, eBay oder sonstige Wege nicht mehr losbekomme, und auf ging es zu der quietschgrünen, ehemaligen Telefonzelle, die der Verein "Kontakt in Krisen" in der Magdeburger Allee zu einer OpenBook-Box umgebaut hat.

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Milvus milvus

Quelle: Wikimedia

Beim Frühstück wäre mir heute fast der Bissen im Hals steckengeblieben. Ein riesiger Vogel flog vorbei. Und natürlich hatte ich keine Kamera griffbereit. Doch wozu gibt es Wikimedia? :-) Ich erfuhr, dass der Rote Milan in der Schweiz recht häufig vorkommt. Ein Greifvogel zum Greifen nah! Aber obwohl ich schon so oft im Zürcher Oberland war, kannte ich ihn bisher nur als Briefmarkenmotiv. 

Jetzt muss ich doch gleich mal eruieren, ob der imposante Vogel das Wappentier von Mailand ist?

In der englischen Wikipedia-Version des Rotmilan-Artikels gibt es einen Verweis auf Shakespeare:

Shakespeare’s King Lear describes his daughter Goneril as a detested kite, and he also wrote “when the kite builds, look to your lesser linen” in reference to them stealing washing that was hung out to dry during the nesting season.[13

Das Leinenzitat ist “A Winter’s Tale” entnommen: 4. Akt, 3. Szene

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