Ein Bild ist teurer als tausend Worte

Grund zur Panik?

Gerade hat eine Literaturübersetzerin eine Abmahnung von einem großen amerikanischen Unternehmen erhalten, weil sie ein Bild auf Ihrer Website ohne Lizenz von ebendieser Firma veröffentlicht hat. Es handelt sich um eine Firma, deren Namensgeber ein Milliardär war, der Nachname fängt mit G an, ist zweisilbig und hört mit y auf. Zweiter Bestandteil des Firmennamens ist das englische Wort für Bilder. Alles klar, oder? (Ich will die Abmahnroboter ja nicht mit Gewalt auf meine Seiten locken.)

Das Problem ist nun, dass es sich um ein Buchcover handelt. Das wäre ein todsicherer Tipp für besagtes Unternehmen, weitere Milliarden zu scheffeln, denn nur die betreffenden Verlage und Amazon werden in der Regel eine Lizenz für die Veröffentlichung der Cover erwerben, nicht die unzähligen Hobby- und Profirezensenten, AutorInnen, ÜbersetzerInnen, Büchernarren …

Sollte ich nun das sonnigste aller bisherigen Wochenenden damit verbringen, sämtliche Titelbilder meiner bisherigen Übersetzungen zu durchforsten, ob sie eventuell ursprünglich aus dieser Quelle stammen?  Das zweite Problem sind offenbar die Avatarbildchen von Blogkommentaren. Eine Bloggerin wurde von G… abgemahnt, weil ein Kommentator ein winziges Katzenbildchen als Profilbild wählte. Da soll einer erstmal drauf kommen!

Mehr dazu fördert eine Suche mit dem Namen G… + Abmahnung zutage.

About these ads

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bilder

2 Antworten zu Ein Bild ist teurer als tausend Worte

  1. Philipp Elph

    Danke für den Hinweis. Ich werde in den nächsten Tagen auf meinem Blog eine Rezension zu einem Buch aus dem Goldmann Verlag veröffentlichen. Das Copyright des Umschlagfotos liegt bei – naja, ihr ahnt es. Allerdings ist das Cover (Bild plus Titel) von einer Agentur gestaltet, die nun dafür das Copyright besitzt. Bisher habe ich Bücher, über die ich berichte, fotografiert und das Foto dem Beitrag hinzugefügt. Das sollte ich wohl in Zukunft unterlassen.

    • Freut mich, dass meine etwas versteckte Warnung auf fruchtbaren Boden fällt :-) . Versteckt, weil ich keine “tags” gesetzt habe, damit mich die Roboter nicht finden. Ich glaube zwar nicht, dass es bei mir was Unerlaubtes zu entdecken gibt, aber ich hätte auch weder Zeit noch Lust noch Geld, einen Anwalt mit solchen Fisematenten zu beschäftigen.

      Der Fall mit der Kollegin, der Übersetzerin des Buchs, dessen Cover aus verständlichem Grund ihre Website ziert, ging so aus: Sie hat sich an den Verlag gewandt, der ihr bestätigen konnte, dass er eine Lizenz für die Verwendung als Buchcover rechtmäßig erworben hat. G…y I….s ließ daraufhin von der Übersetzerin ab. Die Software sucht nach G…y I….s, kann aber nicht zwischen Fotos und Buchcovern etc. unterscheiden. Hauptsache abkassieren. Eine andere Kollegin rief in ähnlicher Lage in London an und stellte die Sachlage klar. G. I. habe ja so freundlich reagiert. Dass ich nicht lache – ich würde nicht im Traum daran denken, auf eigene Rechnung in London anzurufen und mich von Pontius zu Pilatus weiterreichen zu lassen, wenn ich fälschlich beschuldigt würde.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s