16. November 2012 · 16:59
Ene, mene, miste,
Es rappelt in der Kiste …
Ebenso gut könnte es in der Kiste klötern. Das fände dann wohl eher in Norddeutschland statt, wie meine Umfrage unter Textarbeiterinnen im landesweiten bzw. auch grenzüberschreitenden Netzwerk Texttreff ergab. Der Duden kennt zwar klötern, bezeichnet dieses schöne lautmalerische Wort aber nicht als regional, was es aber noch (?) zu sein scheint. Als ich neu nach Hamburg kam und es zum ersten Mal aufschnappte, war es für mich aus dem Kontext heraus sofort klar. Ich hörte es ja tatsächlich klötern – nicht klimpern, nicht rasseln und auch nicht klappern, sondern eben klötern. Diese schöne Vokabel schließt eine Lücke, die in anderen Landesteilen offenbar noch klafft. Sehr verwundert war ich über die von den südlicher und östlicher angesiedelten Kolleginnen häufig genannte Vermutung, dieses Verb könne mit dem Substantiv Klöten verwandt sein. Das ist es aber eindeutig nicht. Da sieht man mal wieder, was ein einziger Buchstabe ausmacht.
Wollen Sie es nicht auch in Ihren aktiven Wortschatz aufnehmen? Selbst “tschüss” hat schließlich mal klein angefangen und inzwischen eine beispiellose Karriere gemacht. Die Liedzeile “In Hamburg sagt man tschüss, das heißt Auf Wiedersehen …” ist doch hoffnungslos veraltet. Wer bedarf denn heute noch solch einer Belehrung?
Bleibt noch zu erwähnen, dass es in meinem gerade abgelieferten Übersetzungsmanuskript auf über 350 Seiten insgesamt dreimal klötert. Meinen kleinen Beitrag habe ich also geleistet.
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