Brummen und summen

Einen Mann mit brummiger Miene
Umschwärmt im Baum eine Biene.
Ob das Summen ihn stört?
“Na und wie! Unerhört
Ist dies Biest, diese dumme Trine!”
© anglogermantranslations
 
There was an old man in a tree,
Who was horribly bored by a bee.  
When they said, “Does it buzz?”  
He replied, “Yes, it does!
It’s a regular brute of a bee!”
Edward Lear [1812-1888]
 
Dass der Mann alt war, habe ich mir geschenkt. Sicher hätte aber auch ein junger Mann genervt auf das Summen reagiert. Mir fällt immer wieder auf, dass in englischen Nursery Rhymes, Limericks und Nonsenslyrik Männer und Frauen ganz schön alt aussehen. Warum eigentlich?
 
There was an old woman who lived in a shoe…
Old Mother Hubbard went to a cupboard…
[...] There I met an old man who would not say his prayers (Goosey, goosey, gander)
 
Und dann natürlich taucht immer und überall the little old lady auf.  Warum auch immer.
Und wie stehts mit unseren deutschen gereimten Männlein und Weiblein? Erfahren wir jemals, wie alt sie sind? Im Märchen meistens schon, aber in Liedern und Gedichten?
 
Ein Männlein steht im Walde …
Es war einmal ein Mann, der hatte keinen Kamm …
Ein Mensch, nicht wissend, was Mormone …
 
Doch, eine Ausnahme fällt mir ein:
 
Hab mein Wagen vollgeladen …  
 
Aber ey,  Alder – am Ende kommen dann wenigstens noch die jungen Mädchen und singen durchs Städtchen.

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Der eiskalte Blick oder …

… die neue Innerlichkeit?

Es ist ein Faszinosum. Wenn ich einen Film neueren Datums sehe – und das kommt gar nicht so selten vor, denn ich kann ja nicht immer nur lesen – weiß ich schon, dass “sie” irgendwann kommen muss.  In manchen Filmen – unabhängig vom Genre oder Regisseur – sogar mehrmals. Es muss sich um eine relativ neue Erfindung handeln, denn früher gab es diese Szene nicht. Ob wir dieses Wunderwerk der Kältetechnik wie so viele inzwischen alltägliche Dinge der NASA verdanken? Oder der Polarforschung? Oder zeugt es von derart hohem Können, eine Szene aus der Kühlschrankperspektive zu drehen, dass wir bald mit einer neuen Oscar-Kategorie (“für die beste Kamera im Kühlschrank”) rechnen dürfen? Achtet doch mal darauf: Es gibt wirklich keinen Film mehr, in dem nicht irgendwann ein Darsteller an den Eisschrank geht, die Tür öffnet und der Inhalt sich dem neugierigen Betrachter präsentiert. Gleich darauf sieht man die Hand aus der Innenperspektive. Scheint inzwischen ein Naturgesetz zu sein. Da läufts mir eiskalt über den Handrücken.

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Man spricht Deutsch! :-)

Verwundert reibe* ich mir die Augen. Auf dem Schaufenster der kleinen Bäckerei in meiner Straße steht* doch tatsächlich in ganz großen Lettern zu lesen:

Kaffee zum Mitnehmen

Hat sich der Bäcker etwa eine Tüte Deutsch gekauft? (Und reflexartig muss ich jetzt natürlich auch ergänzen, dass er nicht drauftreten darf, weil es sonst Plattdeutsch wird. Witz mit ellenlangem Bart.)

Ich kann mich nicht entsinnen, diesen Hinweis in Deutschland jemals in einer anderen Sprache als Englisch gelesen zu haben. Die englische Variante hat aber auch was. Diesen Mit-muss-Rhythmus. Diesen Kaffee-Mitnahme-Effekt. Da sie nur vier Silben (statt sechs) hat, könnte man mit ihr den Uralt-Evergreen mit einem Hauch feiner englischer Art durchwehen:

In einer kleinen Konditorei
Da holten wir zwei
Uns “coffee to go” …
 
 
*  Ich verlinke zum Wikipedia-Artikel über das historische Präsens, da die englische Variante dieses Stilmittels gerade lang und breit – um nicht zu sagen ad nauseam – in einem internationalen Übersetzerforum diskutiert wurde. Angeblich funktioniert es auf Englisch nicht so gut wie in anderen Sprachen. Aber auf Deutsch – juhu! Für mich war der Anblick des Schaufensters ein wahrhaft historischer Augenblick. 
 
 

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Wortklauberei statt Wortspielerei?

“Wir sind eine Nation von Wortklaubern, nicht von Wortspielern.”

Zitat aus dem heutigen Interview von Burkhard Müller-Ullrich und Uwe Pörksen im Deutschlandfunk. Ausgangspunkt sind – vorsichtig ausgedrückt – mangelnde rhetorische Fähigkeiten gewisser Politiker, “das  Nachlassen der Redekunst”, und die ebenfalls fehlende Bereitschaft, “to eat one’s words”.  Das war allerdings nur ein Teilaspekt. Gilt das obige Zitat aber wirklich nur für Deutschland? Und was mich schon von jeher interessiert: Wieso wurden in der Vergangenheit Amtsträger für ihre Reden gelobt, die sie doch gar nicht selbst geschrieben, sondern nur (?) überzeugend vorgetragen haben? Wie viele eigene Gedanken sind da miteingeflossen?

Zum DLF-Interview vom 19. Februar 2012

Im ersten Satz geht es übrigens um den Wortlaut von Wulffs Rücktrittserklärung.

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Tüdelüdelüt oder …

… es bleibt alles in der Familie (oder so)

Zugegeben, mehr als “tüdelüdelüt” [sic] habe ich ja beim ersten Mal – und noch ohne den Text – nicht verstanden. Um da durchzusteigen, muss ich es wohl noch ganz oft hören. Es stellt doch weit höhere Ansprüche an mein Sonntagnachmittagsfranzösisch als Alouette, das ich problemlos mitträllern könnte, ganz zu schweigen von Frère Jacques oder Sur le pont d’Avignon. Dies ist also der für die Provinz Québec typische Akzent (habe ich gerade gelernt). Aber auch hier gilt mal wieder der Spruch vom Bild, das mehr sagt als tausend Worte:

Und hier ist der Text von LA TURLUTE DES LITTLE-DELISLE  zum Mitsingen. Tüdelüdelüt …

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Der Dichter und der Korkenzieher

1 Liter  Atur  (der Geist aus der Flasche)

Kalenderblatt Foto

Joachim Ringelnatz von Michael Mathias Prechtl

Fotografiert von einem alten Kalenderblatt im EÜK

© anglogermantranslations

Die Schnupftabaksdose

Es war eine Schnupftabaksdose,
Die hatte Friedrich der Große
Sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.

Da kam ein Holzwurm gekrochen,
Der hatte Nußbaum gerochen.
Die Dose erzählte ihm lang und breit
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.

Sie nannte den Alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann:
“Was geht mich Friedrich der Große an!”

Joachim  Ringelnatz (1883-1934)

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Haggis mal wieder …

https://anglogermantranslations.wordpress.com/2010/12/01/aus-und-vorbei/

The same procedure as every year.

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