Schlagwort-Archive: französisch

Zeitzeugnis

Wenn die kleinen grünen Kornkreismännchen mal vor diesem Gatter im Nirgendwo – ganz weit weg von Berlin – landen sollten (links Getreide, rechts Getreide, drumherum nur Wald und Weide), werden sich diese garantiert ebenso wundern wie ich:

Status quo post bellum © anglogermantranslations

Meine erste Reaktion war auch prompt: Nanu, hier war doch früher mal britische Zone?

2 Kommentare

Eingeordnet unter Ditt un dat, Foto

Englisch als Exponat

Adrian Hamilton schreibt im heutigen Feuilleton des INDEPENDENT über eine aktuelle Ausstellung in der British Library. Sie ist der englischen Sprache gewidmet. Unter dem Thema Evolving English: One Language, Many Voices befasst sie sich nicht nur mit der Entwicklung des Englischen (“Von den Anfängen bis zur Gegenwart” heißt das ja immer so schön in der Gelehrtenschreibe),  sondern liefert auch einen Zustandsbericht über die vielen mehr oder weniger friedlich koexistierenden Varianten.

While the BBC and the King James Bible Trust are busily proclaiming the virtues of the 400-year old King James Bible as the greatest influence on the English language, the British Library is arguing just the opposite case in an extensive exhibition displaying the sheer variety and mobility of the language. [...]

Evolving English: One Language, Many Voices is equally imbued with the spirit of freedom from control and from rules. After a solid start explaining how English evolved from Germanic invaders and settlers, flourishing as the language of the people alongside the French of the Norman rulers and the Latin writing of the scribes and literate, we are into the main room of variations and themes – “Slang”, “Swearing”, “Grammar” and “Style Guides”, “English for Children”, “Dictionaries”, “Accent and Dialect” – each illustrated by three or four texts.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Ausstellung

Es muss nicht immer Schokolade sein

Foto: Nadine Roßa (Prädikat: besonders anklickenswert :-) )

Ach, ist es nicht wunderschön, das ß? Der einzige Buchstabe im deutschen Alphabet, der ausschließlich als Minuskel existiert? Umlaute gibt es ja auch in anderen Sprachen, das Französische schmückt sich mit Cedillen und Akzenten, andere Sprachen geben diakritische Zeichen als Aussprachehilfe, mit den Griechen teilen wir uns nur die eleganten Kurven dieses Prunkstücks, nicht aber die Phonetik. Ursprünglich war wohl geplant, das Eszett mit der Rechtschreibreform einfach unter den Tisch fallen zu lassen. Wäre doch schade gewesen! Und selbst Schweizer Verlage (nicht alle, aber doch einige) verwenden es gern in ihren Büchern und verstoßen damit gegen die Landessitte ;-).

Nun plädiere ich dafür, auch den Thorn wieder in die englische Schriftweise einzuführen. Natürlich nur für das gelispelte th, Ausnahmen wie Thomas oder Thames könnte man ja weiterhin so schreiben.

Ach, es soll doch Schokolade sein? –> Voila.

3 Kommentare

Eingeordnet unter Bücher

Das obskure Objekt der Begierde oder Bananas Lost in Translation

Ich muss doch noch einmal auf die im 19. Jahrhundert bei uns so wenig bekannten Bananen zurückkommen.  Aus Neugier, wie Jules Verne die Früchte denn seinerzeit “so detailliert” beschrieb, habe ich die Quelle der Bananenstelle im französischen Original herausgesucht und mit je einer zeitgenössischen deutschen und englischen Übersetzung verglichen.  Alle drei Zitate sind der jeweiligen Sprachversion im Projekt Gutenberg entnommen.

Jules Verne im Original: XII

——— OÙ PHILEAS FOGG ET SES COMPAGNONS S’AVENTURENT A TRAVERS LES FORÊTS DE L’INDE ET CE QUI S’ENSUIT

[…] La station d’Allahabad n’était pas à douze milles dans le nord-est. On fit halte sous un bouquet de bananiers, dont les fruits, aussi sains que le pain, « aussi succulents que la crème », disent les voyageurs, furent extrêmement appréciés.

English version

Chapter XII

IN WHICH PHILEAS FOGG AND HIS COMPANIONS VENTURE
ACROSS THE INDIAN FORESTS, AND WHAT ENSUED

[…] Allahabad was now only twelve miles to the north-east. They stopped under a clump of bananas, the fruit of which, as healthy as bread and as succulent as cream, was amply partaken of and appreciated.

[Übersetzer unbekannt]

(Nun ja, so sehr ins Detail geht die Beschreibung ja eigentlich nicht …)

Deutsch:  Zwölftes Capitel.

Phileas Fogg und seine Gefährten machen einen abenteuerlichen Ritt durch indische Waldung.

[…] Die Station Allahabad befand sich nur noch zwölf Meilen nordöstlich. Man machte unter einem Wäldchen von Pisang halt, deren Früchte, so gesund wie Brod, so »saftig wie Crême«, sehr köstlich waren.

(In der deutschen Fassung [Übersetzer unbekannt] taucht die Banane also gar nicht auf. Spurlos verschwunden ist sie allerdings nicht, nur wird sie mit ihrem malaiischen Namen genannt. Vielleicht konnte man sich unter dem Begriff Banane noch gar nichts vorstellen? Meyers Konservations-Lexikon von 1888 beschreibt diese Pflanze unter dem Stichwort Musa und wartet mit einem weiteren Synonym auf: Paradiesfeige. Aaaah! Dann bedeckten Adam und Eva ihre Scham womöglich mit Bananenblättern? Die Genesis muss umgeschrieben werden ;-).)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Bücher