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Selective Hearing

Quite cheesy, but still… It does make a lot of sense to someone who’s hungry.

–> the original lyrics of fortuna imperatrix mundi in Latin with German translation, no. 25 of carmina burana

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Lebenslang? Nein, vielen Dank!

Das fleischgewordene   pflanz stein- und holzgewordene deutsche Liedgut sprang mir jüngst so en passant ins Gesicht. In meinem Kopf ertönte pawlowhündisch eine Melodie, die in meiner Kindheit in keinem Radiosonntagswunschkonzert fehlen durfte. (Das am zweithäufigsten gespielte Lied war – wenn ich mich recht entsinne – “Ich möchte noch mal zwanzig sein”).  Also, mein Vaterhaus ist das zwar nicht, und ich möchte auch nicht mein Leben lang irgendwo bleiben, wo der Hund begraben liegt, aber die anderen Requisiten stimmen, voilà:

Bauernhaus mit Fachwerk in Rischenau/Lippe (Lügde)

Keine Erwähnung im Liedtext findet der bildhübsche Sicherungskasten. Aber man kann nicht alles haben. Gerade habe ich mal bei Youtube nachgesehen, wer diesen Haus-Linde-Bank-Gesang schon alles so geschmettert hat – wirklich erstaunlich. Einer scheiterte allerdings kläglich:

Ab 01:35 fängt er an, sich nicht an den Text zu erinnern. Wer möchte ihm soufflieren?

Fotos: © anglogermantranslations. Alle Rechte vorbehalten.

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Die Schlampe mit der Energiesparlampe

Oder so ähnlich.

Ich oute mich jetzt mal als partielle Kulturbanausin. Bevor ich eben Jan Delay beim ESC (was ich bisher immer nur für die Escapetaste gehalten habe) als Pausenclownkünstler im Livestream erlebt habe, wusste ich gar nichts von seiner Existenz. Und dass trotz des Umstands, dass er “im spießigen Eppendorf als Kind von Hippieeltern aufwuchs”. Hüstel. Wahrscheinlich ist er mir unerkannt unzählige Male über den Weg gelaufen. Wie dem auch sei, ich habe mir große Mühe gegeben, den Text seiner Darbietung zu verstehen, allerdings ohne Erfolg. Mir ging es darum, ob er nun eigentlich englisch oder deutsch sang, doch außer “Oh Johnny” bekam ich akustisch beim besten Willen nichts mit. Und das kann ja sowohl das Eine wie das Andere sein. Beim Nachhören auf Youtube konnten meine Ohren dann schon mehr Deutsches herausfiltern, v. a. irgendwas mit einer Energiesparlampenschlampe. Ist doch ein genialer Reim, muss ich mir merken. Kann ich sicher noch irgendwann gebrauchen. Was mich in diesem Clip aber noch brennender interessierte, war die Meinung des Künstlers zum ihm unterstellten Szeneslang. Auf 7:25 zieht Ina Müller ein Lexikon der Szenesprache hervor, über das sich Jan Delay alsbald mokiert. Und ich muss ihm da leider Recht geben. (Oder anders ausgedrückt, lässt sich etwas derart Flüchtig-Flatterhaftes kaum korrekt und für die Ewigkeit schwarz auf weiß fixieren. Leichter wäre es, einen Pudding an die Wand zu nageln.) Bezogen auf Übersetzungen von “trendigen” (blödes Wort) oder “szenigen” (noch blöderes Wort) Dialogen gilt: Zeitgemäßer und damit zwangsläufig meist zeitgebundener Slang, der es nicht irgendwann in den allgemeinen Sprachgebrauch schafft, bleibt für unsere Arbeit auf Dauer unbrauchbar. Andernfalls müsste man allzu szenige Übersetzungen mit Glossaren versehen, da sie erstens einen rasanten Verfallswert haben und zweitens innerhalb dieser knappen Zeit auch nur von einem Bruchteil der Leser überhaupt verstanden würden. So sich überhaupt welche dafür finden.

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Ist Sarkasmus heilbar?

Es gibt noch Schlimmeres, als in einem Aufzug mit nichtschottischer Spracherkennung steckenzubleiben. (Der Clip dürfte mittlerweile so bekannt sein wie ein bunter Hund.) Doch zum Glück gibt es ja für fast alles und jedes eine Selbsthilfegruppe.

Every person here really, really wants you to join our group.

Vgl. Burnistoun

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Quatsch doch keine Opern!

Basta una parola binaria.

Gioachino Rossini: Duetto dei gatti

Peppe e Concetta Barra

Doch wie immer gilt nicht nur “Gleich und gleich gesellt sich gern”, sondern auch “Gegensätze ziehen sich an”.

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Wer reitet so spät

Ja, wer wohl? Goethes Ballade vom Erlkönig ist immer noch eine schier unerschöpfliche Inspirationsquelle für alle Kunstgattungen und -richtungen. Ist Youtube nicht eine wunderbare Erfindung? Ich habe mal drei Interpretationen herausgegriffen, die mir besonders gut gefallen.

Ein Comic in Hörfassung? Erlkönig “zum Anfassen”? Pantomimisch und akustisch untermalte Rezitation? Gibt es einen Begriff für diese genreübergreifende Vortragskunst? Besonders amüsiert mich, wie Marco Rima in Marty Feldmans Rolle aus Frankensteins jüngerer Bruder schlüpft :-) .

Von den vielen filmischen Umsetzungen des Stoffs halte ich Georg Weidenbachs atmosphärisch dichte Version für besonders gelungen.

Last but not least Franz Schuberts Vertonung als Violinsolo – ein Parforceritt in der Interpretation von Kristof Barati. Ist das nicht ein wahrhaft fiegeliensches Musikstück? (Endlich eine Gelegenheit, diese neu erworbene Vokabel anzuwenden. ;-)

Und hier noch einmal der Text des Gedichts zum Mitsingen für alle, die ihn nicht auswendig lernen mussten ;-) :

Erlkönig

Johann Wolfgang Goethe

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? -
Siehst Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron und Schweif? -
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. -

»Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel ich mit dir;
Manch bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand.«

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind. -

»Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein.«

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort? -
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau. -

»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.«
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan! -

Dem Vater grauset’s, er reitet geschwind,
Er hält in den Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Müh’ und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

Quelle: Projekt Gutenberg

And this is what Sir Walter Scott made of it.


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Ottos Reim-Marathon

Alter Witz, gut erzählt, wirkt wie neu :-) .

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Die Leserattenschweine

or

The Young Piglet’s Guide to the Library

Rein zufällig habe ich auf Youtube die Peppa-Filme gefunden. Augenzwinkernde englische Lehrfilme für kleine Kinder oder saugute Unterhaltung? Beides :-) . Was der deutschen Sende-Maus recht ist, kann dem Ferkelmädchen Peppa billig sein.  Sicher könnte man die Reihe auch gut im Fremdsprachenunterricht einsetzen. Für Kinder und Erwachsene. Nachfolgend die Episode über die Lesegewohnheiten dieser schrecklich netten Schweinefamilie.

Und die Moral von der Geschicht?

1. In der Schweinebücherei gibts für jeden das richtige Schweinelesefutter. Oder: Jedem Tierchen sein Pläsierchen.

2. Früh übt sich, wer ein Leser werden will. Oder: Das Lesen, ja, das Lesen, liegt in der Schweine Wesen.

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